Nachdem in den vergangenen Jahren mehrfach Besuchergruppen aus Uzhgorod nach Fürth gekommen waren – darunter die Bürgermeister Bohdan Andriiv und Vadym Borets, Sozialreferent Iwan Flenko und die leitende Kinderschutzbeauftragte Svitlana Yakimelina – organisierte Hans Heidelberger vom Fürther nehemia team im Mai einen Gegenbesuch für Vertreterinnen der Stadt Fürth.

Bild: Administration Transkarpatien

Frau Anja Dorfleitner und Yuliya Tokmak vom Jugendamt sowie Irma Seger vom Bürgermeister- und Presseamt erhielten dabei einen eindrucksvollen Einblick in die enormen Herausforderungen, vor denen Uzhgorod seit Kriegsbeginn steht. Die Stadt, mit früher rund 115.000 Einwohnern ähnlich groß wie Fürth, beherbergt inzwischen über 40.000 Geflüchtete aus der Ostukraine. Neben den sozialen Belastungen stellt vor allem die Anpassung der Infrastruktur – Wohnraum, Energie, Wasser- und Abwassersysteme, Gesundheitsversorgung – die Verwaltung vor riesige Aufgaben.

Bei zwei offiziellen Empfängen – in der Stadtverwaltung Uzhgorod und beim stellvertretenden Gouverneur von Transkarpatien, Yuri Guzynets – wurde die große Dankbarkeit für die bisherigen Unterstützungsprojekte deutlich. Zugleich äußerten viele Verantwortliche den Wunsch, eine „Städtefreundschaft“ aufzubauen: Freundschaft bedeute, einander kennenzulernen, Vertrauen zu entwickeln und sich gegenseitig zu helfen.

Wie bedeutend die Arbeit des nehemia teams in Uzhgorod und der gesamten Region inzwischen ist, zeigte der Besuch zahlreicher Einrichtungen: Projekte für Geflüchtete, vom Krieg traumatisierte Familien, Waisenkinder, Pflegefamilien, Schutzräume bei häuslicher Gewalt, Unterstützung zerrütteter Familien sowie Initiativen für inklusive Pädagogik. Die Delegation war tief beeindruckt von dem, was Tetjana Machabeli und ihr Team seit Jahren leisten. Ein Blick auf die Facebook-Seite „NGO Nehemiah Ukraine“ (eingebauten Übersetzer nutzen!) lohnt sich sehr.

Besonders erfreulich war die Nachricht, dass Fürth für ein neues gemeinsames Projekt – Schulungen für Pflegeeltern und Mitarbeitende der Jugendhilfebehörde – eine Fördersumme von rund 25.000 Euro erhalten hat („Kinder fördern, Eltern begleiten“). Die Schulungen werden vom ukrainischen nehemia team durchgeführt.

Im September soll eine weitere Delegationsreise – diesmal mit politischen Vertreterinnen und Vertretern – die entstehende Städtefreundschaft weiter vertiefen.