Grillen zirpen, Frösche quaken, irgendwo bellt ein Hund. Ich liege unter meinem Moskitonetz. Die Nacht ist hereingebrochen, und ich lasse den Tag noch einmal an mir vorbeiziehen.
Hier im Miwani Center in Kenia fühlt man sich manchmal wie auf einer Insel. Nur nicht umgeben von Wasser, sondern stattdessen von endlosen Zuckerrohrfeldern.

William (Azubi) und Nancy (Schulleiterin) am Eingang zum Miwani Center (bild: Edgar Feld)
Die Region ist geprägt von Armut und Perspektivlosigkeit. Die Arbeitslosigkeit liegt bei über 40 Prozent. Inmitten dieser Umgebung ist in den vergangenen Jahren der Ort der Hoffnung entstanden, den ich gerade besuche. Auf dem 47 Hektar großen Gelände befinden sich eine Gesundheitsstation für die umliegenden Dörfer, eine Landwirtschaft mit funktionierender Bewässerung sowie eine kleine Milchviehhaltung. Rund hundert Menschen leben hier. Die meisten von ihnen absolvieren eine ein- bis dreijährige Berufsausbildung und erhalten dadurch die Chance auf eine bessere Zukunft.
Heute habe ich zwei junge Männer kennengelernt: Brian und David. Brian macht eine Ausbildung im Bauwesen, David im Bereich Informatik und Computertechnologie. Beide stammen aus sehr armen Familienverhältnissen. Sie erzählten mir, wie dankbar sie für die Möglichkeit sind, hier eine Ausbildung machen zu können. Sie werden unterstützt durch einen Fonds, den wir in Deutschland für bedürftige kenianische Auszubildende eingerichtet haben. Schritt für Schritt, mit viel Einsatz, Ausdauer und trotz mancher finanziellen Herausforderung, konnte dieses Ausbildungszentrum wachsen.

Auszubildende in ihrer Unterkunft im Training and Vocational Center (BIld: Edgar Feld)
Dankbar bin ich für das, was in den vergangenen fünf Jahren entstanden ist. Und dankbar bin ich für die vielen Freunde und Unterstützer in Deutschland, die dies möglich gemacht haben.
Edgar Feld
